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Mijo Tunjic (hinten l.) und Shqipon Bektashi (hinten r.) beim Klassenfoto mit den Schülern

Mijo Tunjic (hinten l.) und Shqipon Bektashi (hinten r.) beim Klassenfoto mit den Schülern

Verein | 30.03.2017

Bektashi und Tunjic zu Besuch im Ferdinand Porsche Gymnasium

Die beiden verletzten Stürmer tauschten sich mit den Schülern zum Thema Rassismus aus

Mit neugierigen Blicken wurden Shqipon Bektashi und Mijo Tunjic von den Sechstklässlern des Ferdinand Porsche Gymnasiums empfangen, als sie am Mittwoch zur jährlich stattfindenden Rassismus-Woche eingeladen waren. Vier Schulklassen hatten die Bühne der Turnhalle in Stuttgart-Rot dekoriert und sich Fragen rund um das Thema Rassismus für die beiden verletzten Stürmer der Kickers überlegt. Diese durften die Schüler den Fußballern dann auch selbst stellen.

Autogramme gab es dann schon anfangs, als die beiden Profis an der selbst gebastelten Wand mit dem Wort "Respekt" unterschreiben sollten. Anschließend nahmen die Zwei für die Gesprächsrunde mit den Kindern Platz. Für Gelächter sorgte Tunjic gleich bei seiner ersten Antwort, als einer der Schüler ihn nach seiner Herkunft fragte. Der 29-Jährige erzählte, dass er kroatische Eltern hat die in der SFR Jugoslawien (heute: Bosnien-Herzegowina) lebten, er einen holländischen Pass besitzt und in Deutschland wohnt. Nach den erstaunten Blicken der Kinder klärte Tunjic auf: Seine kroatischen Eltern flohen mit ihm aus der SFR Jugoslawien nach Deutschland. Als seine Familie wieder nach Bosnien-Herzegowina zurückkehren musste, bekam sein Vater eine Arbeitsstelle in den Niederlanden, wo Tunjic die holländische Staatsbürgerschaft bekam.

Shqipon Bektashi's Herkunft war hingegen für alle Kinder sofort verständlich, denn der 26-Jährige ist in Waldshut-Tiengen, an der Grenze zur Schweiz, aufgewachsen. Seine Eltern stammen aber aus dem Kosovo. Ob sie schon einmal rassistisch beleidigt wurden, wollten die Schüler ebenfalls wissen. Tunjic antwortete, dass er zwar selbst noch nie beleidigt wurde, er es jedoch bei einem seiner ehemaligen Mitspieler der dunkelhäutig ist, miterlebt hat. Gegnerische „Fans“ gaben damals Affenrufe von sich. Der abschließende Appell der beiden an die Sechstklässler war eindeutig: Jeder Mensch ist gleich, egal wo er herkommt oder welche Hautfarbe er hat.

Nach der Fragerunde durften die Klassen Bilder mit den Fußballprofis machen und jeder Schüler bekam ein Autogramm. Auch auf dem Pausenhof warteten viele der Gymnasiasten auf die Kicker und machten Bilder, holten sich Autogramme und genossen es, den Spielern Fragen stellen zu können.

Der Verein möchte sich herzlich beim Ferdinand Porsche Gymnasium und Frau Bettina Althoff für die tolle Organisation und die Einladung zu dieser wichtigen Veranstaltung bedanken.

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